Die Business-Community der GUS in FrankfurtRheinMain

Immer mehr Unternehmer aus der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) profitieren von den Qualitäten des Wirtschaftsstandortes FrankfurtRheinMain. Inzwischen haben sich schon über 70 Unternehmen in der Region niedergelassen – Tendenz weiter steigend. Den größten Anteil stellen dabei Unternehmen aus Russland. Sie sind derzeit mit insgesamt 35 Firmen in FrankfurtRheinMain vertreten.

Wichtigste GUS-Aktivitäten der Region auf einen Blick

Um die Vorteile des Wirtschaftsstandortes FrankfurtRheinMain in den GUS-Staaten noch bekannter zu machen, fanden in den letzten Jahren zahlreiche Aktivitäten statt, die wichtige Impulse für den Dialog der Region mit den GUS-Staaten geben. 

Deutsch-russischer Wirtschaftstag

Der deutsch-russische Wirtschaftstag ist eine Kooperation von Frankfurter Großbanken, der Deutschen Börse, dem Zentrum zur Förderung Ausländischer Investitionen in Russland (ZfAR) und der Wirtschaftsförderung Frankfurt am Main. Im November 2005 fand er bereits zum fünften Mal in Frankfurt am Main statt. Er hat sich inzwischen zu einem bedeutenden Forum für die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Russland entwickelt. Hochrangige Vertreter aus Politik und Wirtschaft tauschen in Vorträgen und Workshops ihre Erfahrungen aus und geben wichtige Anregungen für unternehmerisches Engagement.

Moskauer Wirtschaftstag in Frankfurt am Main

2003 fand zum ersten Mal der Moskauer Wirtschaftstag in Frankfurt am Main statt. Unter Leitung des Moskauer Oberbürgermeisters Juri Michailovitsch Luschkow besuchte eine hochrangige Delegation die Mainmetropole. Neben einem Treffen mit dem hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch standen auch Gespräche mit der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Messe Frankfurt GmbH auf dem Programm. Ein Jahr später reiste eine 45-köpfige Wirtschaftsdelegation unter Leitung der Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth zu Gesprächen mit der Moskauer Stadtregierung, mit Vertretern russischer Unternehmen und des Flughafens Vnukovo nach Moskau.

Kooperationen

Die GUS-Staaten wurden in den letzten Jahren immer wichtiger für die deutsche Wirtschaft. Um die Zusammenarbeit zu verbessern, schlossen die Wirtschaftsförderung Frankfurt am Main und die Finanzagentur der Stadt Moskau (MosFinAgentur) 1995 eine Kooperationsvereinbarung. Im Jahr 2001 unterzeichneten die Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth und ihr Moskauer Kollege Juri Michailovitsch Luschkow in der russischen Hauptstadt ein Protokoll über die wirtschaftliche Zusammenarbeit beider Städte.

Die Finanzplätze Moskau und Frankfurt arbeiten intensiv zusammen. Vertreter beider Seiten haben im Dezember 2008 ein Kooperationsabkommen unterzeichnet, worin der Ausbau Moskaus zu einem international führenden Finanzplatz durch Unterstützung und Expertise des Finanzplatzes Frankfurt vereinbart wurde.

Kultur

FrankfurtRheinMain und die Staaten der Russischen Föderation arbeiten im kulturellen Bereich schon seit mehr als  zehn Jahren eng zusammen. 1991 unterzeichneten Vertreter der Städte Frankfurt am Main und Moskau ein Kulturabkommen. 1997 reiste die Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth zur 850-Jahr-Feier nach Moskau und engagierte sich für die kulturelle Zusammenarbeit zwischen Moskau und FrankfurtRheinMain.

Ikonen-Museum der Stadt Frankfurt am Main

Im Frankfurter Deutschordenhaus auf dem östlichen Museumsufer wurde 1990 ein Ikonen-Museum eröffnet. Die Sammlung stammt aus dem 16. bis 19. Jahrhundert und zeigt heute über 1.000 Exponate.
www.ikonenmuseumfrankfurt.de

Russisch-orthodoxe Kirchen in FrankfurtRheinMain

Im 19. Jahrhundert waren deutsche Kurorte bei der russischen Aristokratie und der gehobenen Schicht des russischen Bürgertums äußerst beliebt. Nicht nur das russische Zarenpaar, sondern auch Schriftsteller wie Fjodor Dostojewski besuchten gern Bad Homburg oder Wiesbaden. Auch aus diesem Grund entstanden in den Kurorten von FrankfurtRheinMain russische Kirchen, so etwa in Bad Homburg, Bad Nauheim, Wiesbaden oder Darmstadt. Noch heute sind traditionsreiche Kurbäder wie Bad Homburg auf ihre Gäste aus Russland eingestellt. So bietet das Kur-Royal im Kurpark ein Wellness- und Gesundheitsprogramm auf Russisch.

Russisch-orthodoxe Allerheiligenkirche in Bad Homburg

Die russisch-orthodoxe Allerheiligenkirche entstand auf Anregung des russischen Staatsrates A. J. Proworoff, der, wie viele seiner Landsleute, häufig in Bad Homburg zur Kur weilte. Proworoff beschaffte die Mittel für den Bau, die Stadt Bad Homburg stellte den Baugrund zur Verfügung. Mit der Planung wurde der St. Petersburger Architekt Professor Louis N. Benois beauftragt. Bei der Grundsteinlegung am 16. Oktober 1896 war das letzte russische Zarenpaar, Nikolaus II. und Alexandra Fjodorowna geborene Prinzessin Alix von Hessen-Darmstadt, bei der Grundsteinlegung anwesend.

Russisch-orthodoxe Kirche St. Elisabeth auf dem Neroberg Wiesbaden

Die russisch-orthodoxe Kirche auf dem Wiesbadener Neroberg entstand von 1848 bis 1855 als Grabkirche für die jung verstorbene nassauische Herzogin und russische Großfürstin Elisabeth. Inspiriert wurde diese Kirche von der berühmten Erlöserkirche in Moskau. Sie ist heute ein einmaliges architektonisches Denkmal russischer Kirchenbaukunst in der Region.

Russisch-orthodoxe Kirche St. Nikolaus in Frankfurt am Main

Als nach dem Zweiten Weltkrieg zahlreiche ehemalige russische Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter und Flüchtlinge in FrankfurtRheinMain blieben, wurde die russisch-orthodoxe Kirche in Bad Homburg zu klein. Deshalb entstand auch in Frankfurt am Main eine Gemeinde. Anfangs trafen sich die Gläubigen in einer Behelfskirche, doch 1967 konnte im Stadtteil Hausen die heutige russisch-orthodoxe Kirche eingeweiht werden.

Die Kirche der Heiligen Maria Magdalena in Darmstadt

Diese Kirche wurde Ende des 19. Jahrhunderts als Privatkapelle des russischen Zarenpaares erbaut, da der letzte russische Zar Nikolaus II. bei Besuchen in der Region nicht auf ein eigenes Gotteshaus für sich und seinen Hofstaat verzichten wollte. Architekt war, wie in Bad Homburg, Louis N. Benois, Großvater der Schauspiellegende Peter Ustinov.

Russisch -orthodoxe Kirche, Reinhardskirche, Bad Nauheim

Auch in der Kurstadt Bad Nauheim existiert eine russisch-orthodoxe Kirche. Dieses Gotteshaus war seit dem 18. Jahrhundert im Besitz der lutherischen Gemeinde. 1907 kaufte die russisch-orthodoxe Glaubensgemeinschaft die Kirche und gestaltete den barocken Innenraum um.

Partnerschaften zwischen russischen Städten und der Region FrankfurtRheinMain

  • Städtepartnerschaft Bad Homburg – Peterhof (29 km von St. Petersburg entfernt, ehemalige Sommerresidenz der russischen Zaren)
  • Städtepartnerschaft Oberursel – Lomonossow (nahe St. Petersburg)
  • Städtepartnerschaft Offenbach – Orjol (ca. 350 km südwestlich von Moskau)
  • Städtepartnerschaft Hanau – Jaroslawl (ca. 250 km nordöstlich von Moskau)
  • Städtepartnerschaft Idstein – Uglitsch (ca. 200 km südlich von Moskau)

Schulangebot

1998 wurde in Frankfurt am Main die russische Dostojewski-Schule eröffnet. Dort wird jeden Samstag unterrichtet.

Zurzeit besuchen etwa 90 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen vier und 16 Jahren die Schule. Der Unterricht findet in kleinen Gruppen (nicht mehr als zwölf Kinder) statt, bei deren Zusammenstellung sowohl das Alter als auch die Sprachkenntnisse berücksichtigt werden.

Die Vorschulkinder haben ein eigenes Programm, in dem Rollenspiele, Musik und gemeinsames Singen in die Atmosphäre der „lebendigen Sprache“ einführen.

Elf ehrenamtliche Lehrer unterrichten in den Fächern russische Literatur, Religion, Malen und Musik. Das Schulprogramm ist stufenweise aufgebaut: vom Schreibenlernen bis zur Grammatik und zum Satzbau, vom Lesenlernen zum Interpretieren und Analysieren literarischer Werke.

Deutsch-russischer Kindergarten Nezabudka
Im Jahr 2006 wurde die erste Kindertagesstätte Nezabudka für 40 Kinder zwischen 2 und 6 Jahren in Frankfurt – Bockenheim eröffnet. Zur Zielgruppe gehören Kinder aus binationalen (deutsch-russischen) Familien, Kinder aus Migrantenfamilien und monolinguale deutschsprachige Kinder. Zwei weitere Nezabudkas befinden sich in Sachsenhausen.
www.nezabudka.de/

Weitere Kontakte

Russisch-Deutscher Kulturkreis e. V.
c/o Elena Dubs
Ostendstraße 36
60314 Frankfurt am Main
Tel./Fax: +49 (0) 69 / 43 22 48